46. Staats, Katja

„Tagwerk“

Landnahme. UNGELENK.
Fotografien zu Gedichten von Michael Stavarič

(12.10. – 09.11.2008)

Kein Titel

Die menschliche Figur als zentraler Aspekt taucht in all ihren Arbeiten auf. Die Künstlerin Katja Staats setzt sich sowohl in ihren fotografischen als auch in ihren grafischen Arbeiten seit nunmehr über zehn Jahren mit dem Körper auseinander. Ihr dient der Mensch als Projektionsfläche, als Identifikationsmoment oder einfach als Material, das nach Belieben geformt werden kann.Erste Impulse findet sie dabei häufig in literarischen Texten, gleich ob Prosa oder Lyrik. Eine Auswahl von Gedichten aus dem Lyrikwerk „Tagwerk. Landnahme. UNGELENK.“ dienten als Inspiration zu den Fotografien dieser Ausstellung. Michael Stavarics Texte hinterfragen den Alltag, sind bildlich und stellen die Welt als Spiegel unserer selbst dar.Katja Staats nutzt die durch die Lektüre hervorgerufenen Assoziationen und übersetzt sie in eine Bildsprache.

Und ebenso wie die Texte sind ihre Motive keine statischen Objekte, sondern verschwinden in Zeit und Raum. Sie spielt mit dem Auge des Betrachters, der einen scheinbar immer noch bewegten Körper sieht. Durch die Langzeitbelichtung und unterschiedliche Objekte, die sich im Bild neben der menschlichen Figur finden, wird der Blick unweigerlich in das Bild gezogen. Der Mensch erhält dabei etwas Flüchtiges, wirkt zerbrechlich und verletzbar.Und trotzdem oder gerade weil ihre Bilder keine endgültige Feststellungen beinhalten, berühren sie beim Betrachter einen Punkt, der dazu animiert weiterzudenken, seinen eigenen Alltag in Frage zu stellen und für einen Moment Zeit und Raum zu vergessen.

Hanna von Behr, freie Journalistin

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