27
Apr 10

56. Mauck, Moldenhauer, Otto

michael f. otto

Trautes Heim. Künstlerische Bekenntnisse.

Stefan Mauck, Marnie Moldenhauer, Michael F. Otto

 Ausstellung von 30.05. bis 27.06. 2010

„Das traute Heim“ – dieser Begriff ist tief in der deutschen Wohn- und Lebenskultur verankert. Dieser Begriff versinnbildlicht wie kaum ein anderer eine bildliche Vorstellung vom behaglichen Zuhause, vom sicheren Rückzug vor den Wirrnissen der (Arbeits-) Welt. Er verkörpert die harmonische Zusammenkunft von Familie und Freunden, von Gemütlichkeit und heiler Welt in der „guten Stube“.

Vor dem Hintergrund sich wandelnder Werte- und Lebensstrukturen, angesichts schwindender familiärer und regionaler Identifikationen verspricht das traute Heim einen Ort der Sicherheit und des Sorglosen. Diese Sehnsüchte werden getragen von Erinnerungen an das geborgene Elternhaus, an die etwas schwerfällige Gemütlichkeit bei den Großeltern oder vom Wunsch nach einer nie erlebten Geborgenheit.

 

Alle den Begriff „Trautes Heim“ konstituierenden Elemente der Bequemlichkeit und Behaglichkeit, Harmonie und Sicherheit deuten auf konpensatorische Funktion hin. Das „traute Heim“ weist nicht nur gewisse, allgemein anerkannte Gestaltungsqualitäten auf, es genügt auch den Ansprüchen an Redlichkeit und anderen Tugenden, die den idealistischen Glauben an die heilenden und erzieherischen Kräfte eine harmonischen und Schönen Umgebung einlösen.

Das Klischee vom „trauten Heim“ als Repräsentationsbedürfnis des Kleinbürgertums und die Vorstellung von voluminösen Polstermöbeln spiegelt dabei nur eine Facette einer den Deutschen nachgesagten Mentalität. Auch der Wunsch nach dem Eigenheim ist eine Konstante im Geflecht der Ideologien. Die emotionalen Erwartungen, die an die eigene Lebensplanung und an die Familie gestellt werden, stehen in engster Weise mit dem Haus, dem Zuhause in Verbindung. Das Eigenheim steht als Ausdruck für Spießertum, verkörpert es doch „traditionelle Sehnsüchte des deutschen Stammtischbürgers: … das romantisch-biedermeierliche Ideal vom pfeifchenschmauchenden Zipfelmützenpatriarchen, der vor der eigenen Haustür in der Sonne sitzt“ –so der Spiegel im Jahr 1969.

 

 

 

Die drei Künstler hinterfragen diesen Komplex von Klischees und Gesinnungen.

 

Michael F. Otto (Coppenbrügge) kombiniert in seiner Malerei plakative Farbmuster mit alltäglichen, der häuslichen Umgebung entstammenden Gegenständen und weckt beim Betrachter eine Vielzahl eigener Erfahrungen und – vergessener oder verdrängter – Vorstellungen.

 

Stefan Mauck (Braunschweig) Schrift-Bild-Kombinationen verkörpert Übersetzungen häuslicher und heimischer Sachverhalte, denen handfeste Fallstudien zugrunde liegen. Gewissermaßen zwischen den Text-Zeilen und innerhalb der Haus-Silhouetten treten Mentalitäten zu Tage, die ein höchst differenziertes Bild über die Vorstellung vom „trauten Heim“ abgeben. Ein anderes Werk Maucks – ein Hausobjekt – wirft einen Blick auf die nüchterne Fassade vom (Traum-) Haus.

 

Marnie Moldenhauer (Hamburg) kombiniert eine Vielzahl, häuslicher Umgebung entsprungenen Gegenständen, die tradierte Werte und Normen versinnbildlichen. Diese Objekte und darüber hinaus farbige Scherenschnitte stellen die Erfahrungswelt des Betrachters in gänzlich neue Zusammenhänge.

 

Dr. Sven Nommensen

Pressestimmen:

Hamburger Abendblatt: „Home Sweet Home in der Nordheide“

Hamburger Abendblatt: „Weitere Bilder aus der Ausstellung Trautes Heim“

Hamburger Abendblatt: „Dem Kleinbürger ins Nest geschaut“


07
Mrz 10

2010-04-11 Surreal

11. April 2010 um 11 Uhr

Vortrag: Zur Geschichte des Surrealismus

Dr. Sven Nommensen, Herzog Anton Ulrich-Museum


07
Mrz 10

55. Koglin, H.-C.

 

Mensch und Masse 

21.03. – 18.04. 2010 

55. Koglin_2

 

H.-C. Koglin (1937-2007) – seismologischer Chronist, der gesellschaftliche Erscheinungen, zwischenmenschliche Phänomene und deren psychologischen Bedingungen mit großer Aufmerksamkeit beobachtet – spürt mit äußerster Feinsinnigkeit und künstlerischer Sensibilität dem menschlichen Zusammenleben nach.

 Mit den sog. Szenarien verleiht er dem Phänomen Masse und Individuum Ausdruck. Hierbei verwendet er Bild- und Guckkästen, in denen Szenerien mit Mengen von kleinen Modellfiguren komponiert und menschliche Verhaltensweisen – insbesondere in Massen – versinnbildlicht werden. Der genaue Blick in die Miniaturwelten Koglins gibt Details von Situationen zu erkennen, die im menschlichen Mit- und Gegeneinander nur allzu bekannt sind: Menschen auf der Flucht vor einer unbekannten Macht, Menschen im Strom in Richtung eines verheißenden Zieles, Menschen durch einen Trichter gepfercht, Menschen trotz vermeintlicher Nähe einander nicht beachtend, Menschen durch kaum sichtbare Hüllen von einander getrennt.

  

Ausstellungseröffnung:

Sonntag, den 21. März 2010, 11 Uhr

Begrüßung:

Silva Seeler, Mitglied des Niedersächsischen Landtages

Grußwort:

 Armin Diedrichsen – Kulturzentrum Marstall, Ahrensburg

Einführung:

Dr. Sven Nommensen – Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig

 

Reden über Kunst   11. April 2010  11 Uhr

Vortrag:

Zur Geschichte des Surrealismus

Dr. Sven Nommensen – Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig

 

 Pressestimmen: 

http://www.abendblatt.de/region/harburg/article1424830/Mensch-und-Masse-im-Guckkasten.html

 www.han-online.de/HANArticlePool/000001276d9940670057006a000a005214457925

 http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/uploads/blaetterkatalog/sa/nh/20032010/index.html  Seite 18  “Mit viel Liebe zum Detail”

http://www.han-online.de/HANArticlePool/000001276d9940670057006a000a005214457925


20
Jan 10

54. Wewerka, Stefan

31.01. -28.02.2010

Skulpturen, Objekte und Zeichnungen

Wewerka triumphierte über die Design-Funktionäre der Postmoderne, weil er es fer­tig brachte, die ursprüngliche Bedeutung von Designen in die Gegenwart zurückzuholen. Er vermittelte nämlich die Kraft der gedankli­chen Konzepte des Paradoxien erschliessenden Witzes und der psychischen Energie mit der Welt der Dinge.

Er beseelte die Artefakte nicht nur durch den Schöpferhauch (unter Künstlern häufig als Mundgeruch der Trinker diskriminiert), son­dern ermunterte sie, ja, zwang sie zu einem Eigenleben, wie es zuvor nur Theodor Vischer (Tücke des Objekts), Dick und Doof, Charlie Chaplin, Buster Keaton (Heimtücke des Fetisch) und nach Wewerka das Schweizer Künstlerduo Fischli und Weiss (Funktionslogiken der Objektpanik) versucht hatten.

Wewerkas hinkende Stühle, sich selbst unter den Tisch saufenden Tische und seine Totalisierung der Körperfaltungen zur raumsparenden Entsorgung sind Wunderwerke der künstle­rischen Aufklärung: Sie verhindern die fun­damentalistisch platte 1:1-Übersetzung von Gestalterideen in materiale Verkörperungen.

Er ist der Grossmeister des Antifundamentalismus durch Ermunterung der Dinge zur Schieflage, zum Eigensinn und zur blühenden Vieldeutigkeit und Mehrwertigkeit. Nun wendet die Natur Wewerkas Um- und Umgestaltungsvermögen auf den Meister selber an. Alter nennt man das Falten von Körperpartien, das Knickballett von nicht mehr tragfähigen Beinen – möge er am eigenen Leib die Bestätigung geniessen, dass er Gestaltung stets und naturgemäss als Rearrangement von Körpern im Raum, also als Ballett des Verschwindens betrieben hat.
Ein guter Mann, er sei gesegnet.

Bazon Brock, September 2006

CCF28012010_00000 

 

 

 

 

 

http://www.abendblatt.de/region/harburg/article1359211/Ein-Kuenstler-mit-Hang-zur-Schraeglage.html

 

 

 

 

 


19
Jan 10

2010-02-28 Dokumentarfilm

Reden über Kunst

Dokumentarfilm über Stefan Wewerka

28.02.2010 um 12 Uhr

Film: Verrückte Welten (30 Min.)

Film: Interview mit Stefan Wewerka (15 Min.)

Zu Gast Alexander Wewerka


27
Dez 09

2010 Wolfsburg

Informationen zu der Fahrt ins Kunstmuseum Wolfsburg am 06.03.2010

 Ich Zweifellos

 Brian Alfred – Richard Billingham – Christian Boltanski – Bruce Nauman – Elizabeth Peyton – Cindy Sherman – Beat Streuli – Fiona Tan + Ehrengast

 Wer bin ich? [und wenn ja, wie viele?] Wohl dem, der darauf antworten kann: Ich, zweifellos.

In der Ausstellung werden Werke von neun Künstlern und Künstlerinnen gezeigt, die sich mit dem Thema Identität auseinandersetzen.

Mehr als 1300 Gesichter erzählen von Selbstbewusstsein und Zweifel, von Vertrautheit und Fremdheit, von Erinnern und Vergessen und haben dabei auch die Vielgestaltigkeit der Persönlichkeit jedes einzelnen Menschen zum Thema. Die Suche nach dem Ich im Portrait ist gekoppelt an einen latenten Zweifel an der Wirklichkeit, die in der Moderne immer stärker in Abhängigkeit der eigenen Wahrnehmung gesehen wird. Die Auflösung eines klar abbildenden Verhältnisses zwischen der Wirklichkeit, ihrer Wahrnehmung und deren Abbildbarkeit führt zurück in den eigentlichen Kern allen Forschens: zum Ich, zum Individuum, zum Subjekt.

 James Turrell – The Wolfsburg Project

 Der Lichtkünstler James Turrell hat gemeinsam mit dem Kunstmuseum Wolfsburg seine bisher größte begehbare Lichtinstallation realisiert, die er je für ein Ausstellungshaus entwickelte: Auf einer Grundfläche von 700 m² erhebt sich elf Meter hoch bis unter die verglaste Museumsdecke eine Raum-in-Raum-Konstruktion. Zwei ineinander übergehende Räume – der Viewing Space und der Sensing Space – sind vollkommen leer und werden mit langsam sich veränderndem Farblicht ausgeleuchtet. Während das Licht sich selbst offenbart und auf nichts außerhalb seiner Selbst verweist, treten Fläche, Farbe und Raum in ein Wechselspiel und schaffen eine Atmosphäre, die den Betrachter und seine Sinne vollständig umgeben. Man taucht ein in eine geheimnisvolle, malerische Welt aus reinem Licht. Zusammen mit anderen Werken zeigt das Museum mit dem Wolfsburg Project die bisher umfangreichste Schau des amerikanischen Künstlers in Deutschland.