ULTRAVIOLET AGNOSIA

 

 

Die Schaukästen von Jörg Koch besitzen eine distinguierte äußere Erscheinung, orientiert am gesellschaftlich vorherrschenden Status Quo des
Designs. Sie bleiben durch ihre Kompaktheit, Autonomie, ihre urückhaltende Distanz bis an den Rand der Hermetik dem oberflächlichen Betrachter unlesbar, monolithisch verschlossen. Der Blick wird stufenweise durch Schichten transparenter Gläser in verschiedenen Helligkeitsabstufungen und Färbungen bis an die Grenze des Erkennbaren geleitet. Dieser vorkalkulierte, schleusenartige Annäherungsprozess geleitet Wahrnehmung in dunklere Gefilde und ist, aufgrund der Kraft, die angewendet werden muss, um Schleier zu lüften
und die Dioptrie anzupassen, selten schnell abgeschlossen.

Ein Versteckspiel: Die Wahrheit liegt unter der spiegelnden Oberfläche. Dem Blick werden Hindernisse in den Weg gelegt, so gestaltet sich die Entdeckungstour in das Innere persistierend und abenteuerlich. An den Stellen des Werkes, an denen sich Materie mit Immateriellem kreuzt, Dunkelheit oder Überstrahlung die Materie auflöst, OP-Art Effekte eine Schein-Materie erschaffen oder Spiegelungen den Raum in sich aufsaugen und auf Meta-Ebenen verweisen, entstehen Interferenzen, hier stieben Funken, es öffnen sich Portale der Materie-Portation.